Ratgeber · Für Firmlinge, Eltern und Paten

Firmung: Bedeutung, Ablauf, Alter und Voraussetzungen

Die Firmung ist das Sakrament, mit dem ein getaufter Katholik seinen Glauben bewusst bestätigt und die Gabe des Heiligen Geistes empfängt. Sie wird meist im Jugendalter gefeiert, vom Bischof oder einem beauftragten Priester gespendet und durch eine mehrmonatige Firmvorbereitung in der Pfarrei begleitet.

Michael Ackstaller · Gründer von Firmpass, entwickelt die Software gemeinsam mit Pfarreien Stand: · Lesezeit ca. 7 Min.

Das Wort Firmung kommt vom lateinischen confirmatio, Bekräftigung oder Stärkung. Genau das ist gemeint: Wer gefirmt wird, bekräftigt das Ja zum Glauben, das bei der Taufe die Eltern und Paten gesprochen haben, und wird durch den Heiligen Geist gestärkt, den eigenen Weg als Christ zu gehen. In der katholischen Kirche gehört die Firmung mit Taufe und Eucharistie zu den drei Sakramenten der Eingliederung, den Initiationssakramenten. Dieser Artikel erklärt, was bei der Firmung geschieht, wer sie empfangen kann, wie sie abläuft und was Firmlinge, Eltern und Paten vorher wissen sollten.

Was die Firmung bedeutet

Die Kirche versteht die Firmung als Vollendung der Taufe. Der Katechismus der Katholischen Kirche fasst ihre Wirkung so zusammen: Sie verwurzelt tiefer in der Gotteskindschaft, verbindet fester mit Christus, vermehrt die Gaben des Heiligen Geistes, bindet enger an die Kirche und gibt die Kraft, den Glauben in Wort und Tat zu bezeugen (KKK 1303). Biblischer Bezugspunkt ist das Pfingstereignis, bei dem der Heilige Geist auf die Jünger herabkommt (Apg 2), und die Praxis der Apostel, Getauften die Hände aufzulegen, damit sie den Geist empfangen (Apg 8,14–17).

Die Firmung prägt nach katholischem Verständnis ein unauslöschliches Zeichen ein. Deshalb wird sie, wie die Taufe, nur einmal im Leben gespendet. Sie ist kein Abschluss, sondern eine Sendung: Die Gefirmten sind eingeladen, in Kirche und Welt Verantwortung zu übernehmen. In der Praxis der Pfarreien ist die Firmung deshalb oft auch der Moment, an dem Jugendliche gefragt werden, ob sie als Ministranten, Gruppenleiter oder Firmhelfer weitermachen wollen.

Firmung und Konfirmation: der Unterschied

Die evangelische Konfirmation und die katholische Firmung liegen im selben Lebensalter und haben denselben Kern, das persönliche Bekenntnis zum Taufglauben. Sie unterscheiden sich aber grundlegend: Die Firmung ist ein Sakrament, das durch Handauflegung und Salbung mit Chrisam gespendet wird, in der Regel vom Bischof. Die Konfirmation ist kein Sakrament, sondern eine Segenshandlung der Gemeinde mit Bekenntnis und Segen durch die Pfarrerin oder den Pfarrer. Wer konfirmiert wurde und später katholisch wird, empfängt die Firmung; wer gefirmt wurde und evangelisch wird, wird nicht noch einmal konfirmiert, sondern in die Gemeinde aufgenommen.

Wer die Firmung empfangen kann

Voraussetzung ist die Taufe. Das Kirchenrecht nennt für den Empfang außerdem, dass die Person angemessen unterrichtet, entsprechend disponiert und in der Lage ist, die Taufversprechen zu erneuern (can. 889 §2 CIC). Konkret bedeutet das in den Pfarreien:

  • Taufe: Wer nicht getauft ist, wird zuerst getauft, bei Jugendlichen und Erwachsenen meist in einem Katechumenat, und dann in derselben Feier gefirmt.
  • Alter: Das Kirchenrecht nennt das Unterscheidungsalter, also etwa sieben Jahre, überlässt es aber den Bischofskonferenzen, ein anderes Alter festzulegen (can. 891). Im deutschsprachigen Raum liegt das Firmalter je nach Bistum zwischen etwa 11 und 18 Jahren, meist bei 14 bis 16. Details im Artikel Firmalter.
  • Vorbereitung: Die Teilnahme an der Firmvorbereitung der Pfarrei, in der Regel über mehrere Monate.
  • Freie Entscheidung: Die Firmung soll gewollt sein. Niemand muss sich firmen lassen, und wer sich noch nicht bereit fühlt, kann die Firmung in einem späteren Jahr oder als Erwachsener empfangen.
  • Firmpate oder Firmpatin: Nach can. 893 soll ein Pate dabei sein, der die Voraussetzungen eines Taufpaten erfüllt: mindestens 16 Jahre alt, katholisch, selbst gefirmt und zur Kommunion zugelassen. Mehr dazu unter Firmpate: Voraussetzungen und Aufgaben.

Wer die Firmung spendet

Ordentlicher Spender der Firmung ist der Bischof (can. 882). In der Praxis firmen in großen Bistümern neben dem Diözesanbischof auch Weihbischöfe, und der Bischof kann Priester beauftragen, etwa den Domkapitular, den Dekan oder den Pfarrer, wenn die Zahl der Firmlinge groß ist oder der Bischof verhindert ist. In Todesgefahr darf jeder Priester firmen. Für die Firmlinge ist der Besuch des Bischofs in der Pfarrei oft der sichtbarste Ausdruck davon, dass sie zu einer Kirche gehören, die größer ist als ihre Gemeinde.

Ablauf des Firmgottesdienstes

Die Firmung wird meist in einer Eucharistiefeier gespendet, in der Regel an einem Samstag oder Sonntag. Die Firmlinge sitzen vorne mit ihren Paten. Der Kern der Feier folgt nach dem Wortgottesdienst:

  1. Vorstellung der Firmlinge: Der Pfarrer oder die Firmleitung stellt dem Bischof die Firmlinge vor, oft mit einigen Sätzen zur Firmvorbereitung.
  2. Predigt: Der Firmspender spricht zu den Firmlingen über Glauben, Geist und Verantwortung.
  3. Erneuerung des Taufversprechens: Die Firmlinge widersagen dem Bösen und bekennen den Glauben in Frageform („Glaubt ihr an Gott, den Vater …?"), wie es bei der Taufe die Eltern taten.
  4. Gebet um den Heiligen Geist: Der Bischof breitet die Hände über alle Firmlinge aus und bittet um die sieben Gaben des Geistes: Weisheit, Einsicht, Rat, Stärke, Erkenntnis, Frömmigkeit und Gottesfurcht.
  5. Salbung mit Chrisam: Jeder Firmling tritt einzeln vor, der Pate legt die rechte Hand auf seine Schulter. Der Bischof zeichnet mit Chrisam, einem am Gründonnerstag geweihten, mit Balsam vermischten Olivenöl, ein Kreuz auf die Stirn und spricht: „Sei besiegelt durch die Gabe Gottes, den Heiligen Geist." Der Firmling antwortet „Amen", der Bischof wünscht den Frieden.
  6. Fürbitten und Eucharistie: Häufig von den Firmlingen selbst formuliert. Die Feier geht mit der Gabenbereitung weiter wie eine Sonntagsmesse.
  7. Segen und Sendung: Nach dem Schlusssegen folgen meist Gruppenfoto, Gratulation und die Übergabe der Firmurkunden durch die Pfarrei.

Die Feier dauert je nach Zahl der Firmlinge 75 bis 120 Minuten. Bei vielen Firmlingen teilt das Bistum den Jahrgang auf mehrere Gottesdienste oder mehrere Pfarreien eines Pastoralraums feiern gemeinsam.

Firmspruch, Firmname, Firmkleidung

Firmspruch: In den meisten Pfarreien wählt jeder Firmling eine Bibelstelle, die ihn begleiten soll. Sie steht auf der Firmurkunde und wird oft in der Feier genannt. Beliebt sind Zusagen wie „Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir" (Jes 41,10) oder „Ich bin das Licht der Welt" (Joh 8,12). Ein Firmspruch ist keine Pflicht nach Kirchenrecht, aber eine schöne Tradition.

Firmname: Früher üblich, heute in Deutschland, Österreich und der Schweiz selten. Manche Firmlinge wählen den Namen eines Heiligen als Vorbild; die Kirche verlangt das nicht.

Kleidung: Es gibt keine Vorschrift. Festlich und angemessen ist der Rahmen: Anzug oder Hemd, Kleid oder Bluse. Wichtiger als das Outfit ist, dass die Stirn für die Salbung frei bleibt.

Die Firmvorbereitung

Vor der Firmung steht in fast allen Pfarreien eine Vorbereitung von vier bis neun Monaten: Gruppenstunden zu Glaubensthemen, Gottesdienste, ein Firmwochenende oder Tagesausflug und ein soziales Projekt. Geleitet wird sie von Hauptamtlichen und ehrenamtlichen Katechetinnen und Katecheten, oft unterstützt von jungen Erwachsenen, die selbst vor wenigen Jahren gefirmt wurden. Die Anmeldung läuft über die Heimatpfarrei; wer in einer anderen Pfarrei getauft wurde, bringt einen Taufnachweis mit.

Für Eltern heißt das: Die Firmvorbereitung ist ein Weg des Jugendlichen, nicht der Eltern. Was hilft, ist Interesse ohne Druck, Mitfahren zu Terminen und die Bereitschaft, über Glaubensfragen zu sprechen, wenn sie am Küchentisch auftauchen. Wie Pfarreien die Vorbereitung planen, steht im Leitfaden Firmvorbereitung organisieren.

Firmung als Erwachsener

Wer als Jugendlicher nicht gefirmt wurde, kann die Firmung jederzeit nachholen. Das kommt häufiger vor, als viele denken: vor einer kirchlichen Trauung, wenn ein Partner die Firmung nachholt, bei der Übernahme eines Patenamts, für das die Firmung Voraussetzung ist, oder aus eigenem Wunsch. Die meisten Bistümer bieten dafür eine Erwachsenenfirmung mit einer kurzen, oft wenige Abende umfassenden Vorbereitung an, meist mit einem Firmtermin im Dom oder in der Bischofskirche. Ansprechpartner ist das Pfarrbüro oder die Fachstelle Erwachsenenkatechese des Bistums.

Firmung in der Orthodoxie und in den anderen Kirchen

Die orthodoxen Kirchen spenden die Firmung, dort Myronsalbung genannt, direkt nach der Taufe, auch bei Säuglingen, und zwar durch den Priester. Die Reihenfolge Taufe, Myronsalbung, Eucharistie bleibt damit erhalten, während die westliche Kirche die Firmung in ein späteres Alter verlegt hat. Die altkatholische Kirche kennt die Firmung ebenfalls als Sakrament. Die evangelischen Kirchen haben mit der Konfirmation eine eigene Form (siehe oben).

Häufige Fragen: Firmung: Bedeutung, Ablauf, Alter und Voraussetzungen

Ist die Firmung Pflicht?

Nein. Die Kirche wünscht, dass Getaufte die Firmung empfangen (can. 890), aber sie ist eine freie Entscheidung. Für kirchliche Ämter wie das Patenamt oder für die kirchliche Trauung ist sie allerdings Voraussetzung oder wird empfohlen.

Was kostet die Firmung?

Die Spendung des Sakraments ist kostenlos. Viele Pfarreien erheben einen Kostenbeitrag für die Firmvorbereitung, etwa für Wochenende, Material und Verpflegung, meist zwischen 20 und 80 Euro. Wer das nicht aufbringen kann, spricht mit der Firmleitung; niemand wird deshalb ausgeschlossen.

Kann man die Firmung ohne Firmpaten empfangen?

Das Kirchenrecht sagt, es „soll" ein Pate dabei sein. Ist niemand zu finden, ist die Firmung trotzdem gültig. In vielen Pfarreien übernimmt dann ein Elternteil oder die Firmleitung die Rolle beim Gang zum Bischof; ob Eltern offiziell Paten sein können, regeln die Bistümer unterschiedlich.

Wann findet die Firmung statt?

Es gibt keinen festen Termin. Die Bistümer verteilen die Firmungen über das Jahr, häufig im Frühjahr und Frühsommer sowie im Herbst. Den Termin legt das Bistum zusammen mit der Pfarrei meist ein Jahr im Voraus fest.

Was ist Chrisam?

Chrisam ist ein Olivenöl mit Balsam oder anderen Duftstoffen, das der Bischof in der Chrisammesse der Karwoche weiht. Es wird bei Taufe, Firmung, Priester- und Bischofsweihe sowie bei der Weihe von Kirchen und Altären verwendet.

Gibt es die Firmung auch für Menschen mit Behinderung?

Ja. Das Kirchenrecht knüpft die Firmung nicht an Verstandesleistungen. Viele Bistümer bieten inklusive Firmvorbereitungen an; die Pfarrei oder die Behindertenseelsorge des Bistums hilft weiter.

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